Maränenprojekt

Aufkommen und Verteilung des Ostseeschnäpels (Coregonus lavaretus balticus) in Stettiner Haff, Peenestrom und Darß-Zingster Boddenkette sowie Untersuchung des Vorkommens der Großen Maräne (Coregonus lavaretus) in ausgewählten Binnenseen Mecklenburg-Vorpommerns.

Der Ostseeschnäpel ist ein anadromer Wanderfisch und gehört zur Familie der Coregonidae (Renken, Felchen, Maränen). Er laicht von November bis Dezember und gilt laut  „Rote Liste und Artenliste“ (Fricke 1996) als gefährdete Art. Die maßgeblichen Fang- und Laichgebiete von Coregonus lavaretus balticus befinden sich regional derzeit in der Peenestrom-/ Achterwasserregion und im Stettiner Haff (Schulz 2000). Einschätzungen ergaben, dass auch die Darß-Zingster-Boddenkette (DZBK), speziell der Saaler Bodden und der Koppelstrom, für den Ostseeschnäpel grundsätzlich günstige Laich- und Aufwuchsbedingungen bieten.

Ziel des Besatzes ist ein selbstreproduzierender Bestand an Ostseeschnäpeln, damit die fischereiliche Nutzung der vorhandenen, wirtschaftlich relevanten Arten (z. B. Zander, Barsch, Aal) entlastet und somit die Existenz kleiner bis mittelständischer Fischereibetriebe nachhaltig gesichert werden kann. Es wird eine leichte Artverschiebung im Rahmen des natürlichen Gefüges angestrebt, die positive Auswirkungen auf die lokalen Fischwirtschaften haben soll. Um den ökologischen und ökonomischen Nutzen des Projektes zu überprüfen, wurden und werden die Maßnahmen durch wissenschaftliche Untersuchungen von Fisch und Umwelt M-V e.V. begleitet und anschließend deren Auswirkungen beurteilt.

Maränen gelten als Synonym für eine saubere und gesunde Wasserbeschaffenheit (Arndt 2001). Wenn es gelingt, ein Markenprodukt Ostseeschnäpel in Mecklenburg-Vorpommern zu etablieren, werden langfristig nicht nur die Fischerei, sondern auch der Tourismus und die Gastronomie profitieren.
[kompletter Bericht]

[Teilbericht der Laichgewinnung]

Thomas Lorenz