Wiedereinbürgerung des Baltischen Störs Acipenser oxyrinchus

Fisch und Umwelt M-V e.V. ist als Kooperationspartner des Instituts für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei M-V im Rahmen der, von der Gesellschaft zur Rettung des Störs (GRS) koordinierten Arbeiten zur Wiedereinbürgerung des Störs in der Ostsee tätig. Das betrifft u. a. die Beteiligung an den Bestandsaufnahmen der Laichfische, an Reproduktionen, an der Begleitung und Dokumentation von Besatzmaßnahmen, der Eingabe und Pflege der Bestands-, Besatz- und der Wiederfangdaten.

 

Projektgrundlagen:

Ziel der Arbeiten ist es, den als verschollen bzw. ausgestorben geltenden Baltischen Stör (Acipenser oxyrinchus) im Ostseeeinzugsgebiet wieder einzubürgern, um die biologische Vielfalt wiederherzustellen und zu erhalten. Der Aufbau eines Elterntierbestandes und die Entwicklung einer sicheren Aufzuchtmethodik sind neben der Existenz von geeigneten Laich- und Aufwuchsgebieten wichtige Voraussetzungen für den Aufbau von sich selbst erhaltenden Störbeständen.

 

Genetische und morphologische Untersuchungen haben gezeigt, dass die bis vor 100 Jahren in der Ostsee vorkommenden Störe Nachfahren des vor ca. 1.000 Jahren eingewanderten Nordamerikanischen Atlantischen Störs (Acipenser oxyrinchus) sind. Ende der 60er Jahre wurden die letzten Individuen in Oder und Weichsel gefangen.

 

Im Rahmen eines Expertenworkshops des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) wurde im Jahr 2002 beschlossen, als Grundlage des geplanten Besatzes einen Elterntierbestand aus Exemplaren des Nordamerikanischen Atlantischen Störs (A. oxyrinchus) aufzubauen. Zu diesem Zweck wurden in intensiver Zusammenarbeit mit kanadischen Kooperationspartnern ab 2001 regelmäßig Laichstöre in Kanada gefangen, die für Reproduktionsversuche vor Ort und für den Aufbau eines Laichfischbestandes in Deutschland genutzt werden. Dieser befindet sich in einer eigens dafür eingerichteten Quarantäneanlage in der Experimentalanlage des Institutes für Fischerei M-V in Born (Darß) in Haltung. Hier erfolgt die Aufzucht von Besatzfischen, die möglichst fit für das Überleben in der Natur sein sollen und die Anzucht von Tieren, die in den zukünftigen Elterntierbestand integriert werden sollen.

 

 

Das Odersystem wurde als Modellhabitat für die seit 2007 in Zusammenarbeit mit den polnischen Partnern jährlich erfolgenden Besatzmaßnahmen von markierten Stören ausgewählt. Es war in der Vergangenheit ein wichtiges Reproduktionsgebiet des Baltischen Störs und weist im Gegensatz zu vielen anderen ehemaligen Störflüssen auch heute noch eine Reihe von naturnahen und zugänglichen Abschnitten auf.

Die Überwachung der ausgesetzten Tiere erfolgt durch die Erfassung von Fängen in der Fischerei und über die telemetrische Verfolgung von ausgewählten und mit Sendern bestückten Tieren.

 

Die gesammelten Informationen sind für das Vorhaben von großer Bedeutung, da sie weitreichende Daten zu Wanderverhalten, Lebensraumnutzung und Wachstum der besetzten Störe verfügbar machen.

 
Um das Anliegen des Projektes einem breiten Personenkreis zugänglich zu machen, wurden Informationsblätter an die Fischereiverbände und die Fischereiaufsicht verteilt, die auch einen Vordruck für die Übermittlung relevanter Fangdaten wie  Markennummer, Fangdatum, Fangort, Fangtiefe, Fanggerät, Größe und Gewicht der Fische enthalten. Jede Meldung wird durch die Gesellschaft honoriert.